Sauberes Trinkwasser ist eine grundlegende Voraussetzung für Gesundheit. In Deutschland verlässt Leitungswasser das Wasserwerk in der Regel in sehr guter Qualität. Dennoch bedeutet das nicht automatisch, dass das Wasser am heimischen Wasserhahn dauerhaft hygienisch bleibt. Ein entscheidender Grund dafür sind Biofilme, die sich unbemerkt innerhalb der Hausinstallation bilden können.
Was sind Biofilme überhaupt?
Biofilme entstehen, wenn sich Mikroorganismen an Oberflächen anlagern. In Wasserleitungen, Armaturen oder Schläuchen bilden sie eine dünne, schleimartige Schicht, die fest an der Innenwand haftet. Diese Struktur schützt die Mikroorganismen vor äußeren Einflüssen und ermöglicht es ihnen, über lange Zeiträume zu überleben. Entscheidend ist, dass Biofilme nicht frei im Wasser schwimmen, sondern an Oberflächen sitzen – und deshalb bei normalen Wasseranalysen häufig unentdeckt bleiben.
Wie entstehen Biofilme im Haushalt?
Innerhalb von Gebäuden herrschen Bedingungen, die Biofilmbildung begünstigen. Wasser steht häufig über Stunden oder Tage in Leitungen, etwa nachts oder in selten genutzten Entnahmestellen. Geringe Fließgeschwindigkeiten und lauwarme Temperaturen schaffen zusätzlich ein günstiges Umfeld. Auch Materialien wie Kunststoffe, Dichtungen oder flexible Schläuche können eine Rolle spielen, da sie Oberflächen bieten, an denen sich Biofilme besonders leicht anheften.
Warum Grenzwerte nicht alles erfassen
Trinkwasser-Grenzwerte beziehen sich auf das Wasser selbst, nicht auf die Innenflächen der Installation. Biofilme können jedoch kontinuierlich Stoffwechselprodukte oder mikrobielle Bestandteile ins Wasser abgeben, ohne dass dies sofort messbar ist. Die Belastung entsteht nicht akut, sondern schleichend – durch eine dauerhafte Niedrigdosis-Exposition über lange Zeiträume.
Was bedeutet das für den Alltag?
Biofilme verändern das Wasser nicht zwangsläufig sichtbar. Geschmack, Geruch oder Klarheit können unauffällig bleiben, obwohl sich die Zusammensetzung des Wassers im Detail verändert. Die Wasserqualität ist damit nicht statisch, sondern hängt davon ab, wie das Wasser im Gebäude genutzt, verteilt und gespeichert wird.
Warum Filtration allein nicht automatisch schützt
Wasserfilter werden oft als Lösung verstanden, können jedoch selbst Teil des Systems werden, in dem Biofilme entstehen. Jede zusätzliche Oberfläche im Wasserkreislauf kann besiedelt werden, wenn Wartung, Materialwahl und Nutzung nicht zusammenpassen. Entscheidend ist daher nicht das einzelne Bauteil, sondern das Zusammenspiel aller Komponenten.
Trinkwasser endet nicht am Wasserzähler.
Es verändert sich auf dem Weg zum Wasserhahn.
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