Shampoo, Conditioner, Hitze und Styling bekommen viel Aufmerksamkeit, wenn sich Haare trocken, stumpf oder schwer kämmbar anfühlen.
Das Wasser selbst wird dabei häufig übersehen.
Bei jeder Haarwäsche kommt die Haarfaser mehrere Minuten mit gelösten Mineralien, möglichen Desinfektionsmitteln und Spuren von Metallen in Kontakt. Welche dieser Stoffe tatsächlich relevant sind, hängt stark von der lokalen Wasserzusammensetzung und der Hausinstallation ab.
Nicht alles im Duschwasser schädigt Haare.
Aber Wasser ist auch nicht immer ein neutraler Bestandteil der Haarpflege.
Hartes Wasser hinterlässt Mineralien auf der Haarfaser
Wasserhärte entsteht hauptsächlich durch gelöste Calcium- und Magnesiumionen.
Untersuchungen an menschlichem Haar zeigen, dass diese Mineralien aus hartem Wasser von der Haarfaser aufgenommen beziehungsweise auf ihr abgelagert werden können. Eine mikroskopische Untersuchung fand nach Behandlung mit hartem Wasser deutlich höhere Calcium- und Magnesiumablagerungen auf den Haarproben als nach Behandlung mit destilliertem Wasser. [Srinivasan et al., Scanning electron microscopy of hair treated in hard water, International Journal of Trichology, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26711619/]
Andere Untersuchungen zeigen, dass insbesondere chemisch behandeltes Haar Calcium und Magnesium aus Leitungswasser aufnehmen kann. Dabei wurden Veränderungen der mechanischen Eigenschaften der Haarfaser beobachtet. [Evans et al., The structural implications of water hardness metal uptake by human hair, International Journal of Cosmetic Science, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21923661/]
Mineralien verschwinden beim Duschen nicht.
Sie können mit der Haaroberfläche interagieren.
Hartes Wasser bedeutet aber nicht automatisch Haarschäden
Hier ist die Studienlage weniger eindeutig, als viele Haarpflege-Websites suggerieren.
Eine kontrollierte Untersuchung fand keinen signifikanten Unterschied bei Zugfestigkeit und Elastizität zwischen Haaren, die mit hartem beziehungsweise destilliertem Wasser behandelt wurden. [Srinivasan et al., Effects of hard water on hair, International Journal of Trichology, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24574692/]
Eine spätere Studie kam dagegen zu dem Ergebnis, dass wiederholte Behandlung mit hartem Wasser die Zugfestigkeit reduzieren kann. [Luqman et al., To Evaluate and Compare Changes in Baseline Strength of Hairs after Treating them with Deionized Water and Hard Water, International Journal of Trichology, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30034190/]
Die belastbare Aussage lautet deshalb nicht:
Hartes Wasser verursacht Haarausfall.
Dafür gibt es keine ausreichende Evidenz.
Gut belegt ist dagegen, dass Calcium und Magnesium mit der Haarfaser interagieren und sich dort anreichern können. Wie stark sich das auf Gefühl, Kämmbarkeit oder mechanische Eigenschaften auswirkt, hängt unter anderem von Wasserhärte, Expositionsdauer und Zustand der Haare ab.
Mineralablagerung ist messbar.
Haarschädigung ist komplexer.
Chemisch behandeltes Haar reagiert anders
Gefärbte, blondierte oder anderweitig chemisch behandelte Haare besitzen eine stärker veränderte Haarstruktur.
Eine Untersuchung zur Aufnahme von Härtebildnern zeigte, dass chemische Vorbehandlungen die Aufnahme von Calcium und Magnesium aus Wasser deutlich beeinflussen können. [Evans et al., The uptake of water hardness metals by human hair, Journal of Cosmetic Science, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21982353/]
Das ist ein wichtiger Unterschied.
Zwei Personen können mit demselben Wasser duschen und trotzdem unterschiedliche Veränderungen an ihren Haaren bemerken.
Nicht nur das Wasser entscheidet.
Auch die Ausgangsstruktur des Haares.
Chlor kann mit der Haarfaser reagieren
Chlor wird zur Desinfektion von Wasser eingesetzt. Die Konzentrationen unterscheiden sich allerdings deutlich zwischen Schwimmbadwasser und normalem Leitungswasser.
Studien an Schwimmern zeigen, dass wiederholter Kontakt mit chloriertem Schwimmbadwasser mit Veränderungen an der Haaroberfläche und Haarfarbe verbunden sein kann. Eine Untersuchung japanischer Leistungsschwimmer beschrieb Schäden an der Cuticula und diskutierte hypochlorige Säure als einen beteiligten Faktor. [Nanko et al., Hair-discoloration of Japanese elite swimmers, Journal of Dermatology, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11092265/]
Diese Ergebnisse dürfen jedoch nicht eins zu eins auf das Duschen zu Hause übertragen werden. Schwimmbäder besitzen andere Desinfektionsbedingungen und deutlich längere beziehungsweise häufigere Expositionszeiten.
Für normale Chlorrestkonzentrationen im häuslichen Duschwasser ist die Evidenz für relevante Haarschäden wesentlich schwächer.
Wenn Chlor im Leitungswasser vorhanden ist, kann seine Reduktion dennoch sinnvoll sein, wenn beispielsweise Geruch oder die zusätzliche oxidative Belastung reduziert werden sollen.
Poolwasser und Duschwasser sind nicht dasselbe.
Die Konzentration entscheidet.
Kupfer kann sich sichtbar auf Haaren ablagern
Metalle im Wasser sind ein weiteres Thema, besonders bei geschädigtem oder blondiertem Haar.
Kupfer ist ein gut dokumentiertes Beispiel. Fälle von grünlicher Haarverfärbung nach Kontakt mit kupferhaltigem Wasser sind wissenschaftlich beschrieben. In einer Untersuchung wiesen grün verfärbte Haare stark erhöhte Kupferkonzentrationen auf. Vorgeschädigtes Haar nahm das Metall besonders gut auf. [Blanc et al., Green hair: clinical, chemical and epidemiologic study, Annales de Dermatologie et de Vénéréologie, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/3202580/]
Auch weitere Fallberichte bestätigen, dass die typische grüne Verfärbung nicht primär durch Chlor selbst entsteht, sondern häufig durch Kupferablagerungen auf der Haarfaser. [Mascaró et al., Green hair, Cutis, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/7555100/]
Das bedeutet nicht, dass Kupfer in jedem Haushalt ein Haarproblem darstellt.
Es zeigt aber, wie gelöste Stoffe im Wasser mit geschädigter Haarstruktur interagieren können.
Wasser kann klar aussehen.
Und trotzdem Stoffe transportieren, die sich auf Haaren anreichern.
Rost und Partikel sind ein anderes Problem
Nicht jeder Stoff im Duschwasser ist gelöst.
Korrosionsprodukte, Rost, Sand oder andere Partikel können beispielsweise aus Leitungen oder Installationsarbeiten stammen.
Ein Partikelfilter kann solche Feststoffe mechanisch zurückhalten. Das unterscheidet sich grundsätzlich von der Entfernung gelöster Stoffe wie Chlor oder Calcium.
Genau deshalb sind mehrstufige Filtersysteme anders aufgebaut als ein einfaches Filtersieb.
Eine Stufe hält Partikel zurück.
Eine andere adsorbiert gelöste Stoffe.
Was ein Duschfilter tatsächlich verändern kann
Ein Duschfilter sollte nicht danach beurteilt werden, ob er allgemein „besseres Wasser“ verspricht.
Entscheidend ist, welche Filtermechanismen enthalten sind.
Beim SYDROS FEROX wird ein mehrstufiges System eingesetzt. Laut aktueller Produktbeschreibung dient ein PP-Vorfilter dem Rückhalt von Rost und Sand, während Aktivkohle unter anderem Chlor und Geruch reduziert. Das System ist für einen Durchfluss von etwa 8 bis 14 Litern pro Minute ausgelegt. [SYDROS, FEROX Duschfilter, https://www.sydros.de/products/products-ferox-kalkschutz-duschfilter]
Das ist für die Bewertung entscheidend:
Ein Duschfilter muss zum Stoff passen.
Aktivkohle arbeitet anders als ein Partikelfilter.
Und beide arbeiten anders als eine Enthärtungsanlage.
Ein Duschfilter macht hartes Wasser nicht automatisch weich
Gerade beim Thema Haare werden „Filterung“, „Kalkschutz“ und „Enthärtung“ häufig vermischt.
Das ist technisch falsch.
Calcium und Magnesium sind als gelöste Ionen im Wasser vorhanden. Ein normaler Aktivkohle- oder Partikelfilter entfernt diese Härtebildner nicht zuverlässig.
Der SYDROS Kalkbrecher verfolgt deshalb ein anderes Prinzip: Er soll die Bildung und Ablagerung von Kalk beeinflussen, ohne Calcium und Magnesium aus dem Wasser zu entfernen. SYDROS weist auf der Produktseite ausdrücklich darauf hin, dass dieser Kalkschutz keine klassische Enthärtung ersetzt. [SYDROS, FEROX + Kalkschutzfilter, https://www.sydros.de/products/products-ferox-kalkschutz-duschfilter]
Wer die Wasserhärte tatsächlich senken möchte, benötigt ein entsprechendes Enthärtungsverfahren.
Kalkschutz verändert Ablagerungsverhalten.
Enthärtung verändert die Wasserzusammensetzung.
Warum ein Haargefühl kein Filtertest ist
Viele Veränderungen werden zuerst subjektiv wahrgenommen:
Haare wirken weicher.
Sie lassen sich leichter kämmen.
Die Kopfhaut fühlt sich weniger trocken an.
Der Chlorgeruch verschwindet.
Solche Beobachtungen können für die persönliche Nutzung relevant sein. Sie beweisen jedoch nicht, dass ein bestimmter Stoff quantitativ entfernt wurde.
Auch Haarpflegeprodukte, Temperatur, Wasserhärte, Färbungen und Styling beeinflussen das Ergebnis.
Filterleistung sollte deshalb anhand des jeweiligen Filtermediums und belastbarer Leistungsdaten bewertet werden.
Gefühl ist persönlich.
Filtration ist messbar.
Was für die Haare wirklich zählt
Wer sein Duschwasser optimieren möchte, sollte zuerst unterscheiden, welches Problem überhaupt vorliegt:
- Chlor oder Chlorgeruch: Eine geeignete Aktivkohlestufe kann Chlor reduzieren.
- Rost, Sand oder sichtbare Partikel: Hier ist mechanische Vorfiltration relevant.
- Sehr hartes Wasser: Dafür ist ein Duschfilter allein keine Enthärtungsanlage.
- Metalle: Entscheidend ist, welches Metall vorhanden ist und ob das verwendete Filtermedium für dessen Reduktion geprüft wurde.
- Stumpfes oder geschädigtes Haar: Wasser kann ein Faktor sein, aber Haarpflege, chemische Behandlung und Hitze spielen ebenfalls eine große Rolle.
Ein Filter sollte deshalb nicht mit der Aussage beginnen:
„Was macht meine Haare schöner?“
Sondern mit:
„Welche Stoffe befinden sich in meinem Wasser und welche davon kann dieses Verfahren tatsächlich reduzieren?“
Genau dort beginnt sinnvolle Wasserfiltration.
Mehr zum kompakten Filtersystem für Dusche und Bad: SYDROS FEROX.
Quellen
- Evans, A. O. et al.: The structural implications of water hardness metal uptake by human hair, International Journal of Cosmetic Science, 2011. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21923661/
- Evans, A. O. et al.: The uptake of water hardness metals by human hair, Journal of Cosmetic Science, 2011. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21982353/
- Srinivasan, G. et al.: Effects of hard water on hair, International Journal of Trichology, 2013. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24574692/
- Srinivasan, G. et al.: Scanning electron microscopy of hair treated in hard water, International Journal of Trichology, 2015. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26711619/
- Luqman, M. W. et al.: To Evaluate and Compare Changes in Baseline Strength of Hairs after Treating them with Deionized Water and Hard Water, International Journal of Trichology, 2018. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30034190/
- Nanko, H. et al.: Hair-discoloration of Japanese elite swimmers, Journal of Dermatology, 2000. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11092265/
- Blanc, D. et al.: Green hair: clinical, chemical and epidemiologic study, 1988. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/3202580/
- SYDROS: FEROX und FEROX + Kalkschutzfilter. https://www.sydros.de/products/products-ferox-kalkschutz-duschfilter
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