Warum Testmethoden entscheidend sind: Nicht jeder „Mikroplastik-Test“ misst dasselbe

Warum Testmethoden entscheidend sind: Nicht jeder „Mikroplastik-Test“ misst dasselbe

Mikroplastik wird zunehmend in Trinkwasser, Mineralwasser und Lebensmitteln nachgewiesen. Entsprechend häufiger finden sich Aussagen wie „auf Mikroplastik getestet“. Was dabei oft fehlt, ist ein entscheidender Hinweis: Mikroplastik ist kein einheitlicher Messparameter.

Die gewählte Testmethode bestimmt, was sichtbar wird – und was unsichtbar bleibt.

Es gibt keinen einheitlichen Mikroplastik-Test

Mikroplastik unterscheidet sich stark in:

  • Partikelgröße

  • Kunststofftyp

  • Form (Fasern, Fragmente, Kügelchen)

Jede Analysenmethode erfasst nur einen begrenzten Ausschnitt dieses Spektrums. Testergebnisse sind daher immer methodenabhängig.

Gängige Methoden und ihre Grenzen

Viele Untersuchungen basieren auf optischer Mikroskopie oder einfacher Filtration mit anschließender Zählung. Diese Verfahren erfassen meist nur größere Partikel oberhalb bestimmter Schwellen.

Fortgeschrittene Methoden wie FTIR- oder Raman-Spektroskopie ermöglichen eine Materialidentifikation, stoßen jedoch bei sehr kleinen Partikeln schnell an Grenzen. Nanoplastik bleibt häufig vollständig unterhalb der Nachweisgrenze.

Das Ergebnis: Zwei Tests derselben Wasserprobe können zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen kommen — ohne dass einer davon falsch ist.

Was häufig nicht gemessen wird

Viele Standardtests:

  • schließen sehr kleine Partikel aus

  • erfassen keine gelösten oder fragmentierten Kunststoffreste

  • bewerten die Anzahl, nicht die biologische Relevanz

Dabei gilt: Je kleiner die Partikel, desto höher ist ihr biologisches Wirkungspotenzial – und desto schwieriger ihr Nachweis.

Warum das für Verbraucher wichtig ist

Die Aussage „mikroplastikgetestet“ ist ohne Kontext kaum aussagekräftig. Entscheidend sind Fragen wie:

  • Welche Größenbereiche wurden analysiert?

  • Welche Kunststoffe wurden berücksichtigt?

  • Wurde Nanoplastik überhaupt erfasst?

Ohne diese Angaben können Testergebnisse in falscher Sicherheit wiegen.

Tests liefern Daten – keine absolute Wahrheit

Die Mikroplastik-Analytik entwickelt sich noch. Keine Methode erfasst das gesamte Spektrum. Aussagekräftige Bewertungen erfordern Transparenz und Kombination mehrerer Ansätze, nicht vereinfachte Kennzeichnungen.

Sauberes Wasser beginnt mit dem Verständnis dessen,
was gemessen wurde – und was nicht.

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